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19.10.2015

28.09.2015 Brune, Nowak und Hodapp 2. in Köln u. Lohne, Nordhoff bricht Sattel.

Gütersloh (man). Im Saisonfinale haben die Radrennfahrer des RSV Gütersloh noch einmal stark aufgetrumpft. In Asse gewann Lydia Wegemund ihr drittes Rennen in dieser Saison, nachdem sie eine Woche zuvor in Sebnitz knapp geschlagen Zweite wurde. Die Senioren hatten den Sieg in Lohne und Köln-Eigelstein ebenfalls dicht vor Augen, doch dann mussten sich Bernd Brune und Roman Nowak ebenso mit dem zweiten Platz begnügen wie Johannes Hodapp in der Jugendklasse U17. Als Dritter krönte Guido Helmer ein ganz starkes Saisonfinale nach langer Krankheit. Wie eine deutsche Meisterschaft war das erste Bundessichtungsrennen zur Bildung des Nationalkaders 2016 in Frankfurt-Oder besetzt. Entsprechend schwer hatten es die drei NRW-Auswahlfahrer des RSV Gütersloh.

Pech hatte im Saisonfinale Alexander Nordhoff. Im hochklassig besetzten Elite-Rennen in Köln-Eigelstein konnte sich der 25-jährige Rennfahrer des Gütersloher „Volvo-Markötter-Teams“ bereits nach zehn Runden mit drei Profis und zwei weiteren Amateuren aus dem großen Fahrerfeld absetzen und schnell einen beachtlichen Vorsprung herausfahren. Beim Durchfahren eins Schlaglochs brach bei dem 25-jährigen Westfalen-Meister jedoch einem Drittel des Rennens der Sattel. „Danach war der Sattel total locker und schwammig und ich konnte ich keinen richtigen Druck mehr auf das Pedal bringen. Ich habe mir aber nichts anmerken lassen und bin meine Führungen mitgefahren“, erklärte der Beckumer. Gut fünf Kilometer vor dem Ziel brachen aber auch die letzten Streben und der Sattel „verabschiedete“ sich komplett von der Sattelstütze, sodass Nordhoff die letzten Runden komplett im Stehen fahren musste. „Es ist schon ein komisches Gefühl im Sprint stehend durch die Kurven zu brettern“, so der Ex-Profi. „Unter diesen Umstände hat es nur zu Platz fünf gereicht“, erklärte Nordhoff, der in Köln gerne seinen 15. Saisonsieg eingefahren hätte.

„Das Rennen war wie eine kleine Deutsche Meisterschaft besetzt“, erklärte Stefan Wittwer angesichts der gut 100 Masterfahrer die das 70 km lange Rundstreckenrennen in Köln-Eigelstein in Angriff nahmen. Entsprechend schnell wurde von Beginn an gefahren. Bereits nach acht von 35 Runden konnte sich eine dreiköpfige Gruppe mit Roman Nowak (RSV Gütersloh) und dem früheren Zeitfahr-Weltmeister Alberto Kunz aus dem Feld lösen. Zusammen dem Punkte-Weltmeister Blazcek und dem WM-Vierten Harald Epding schloss Stefan Wittwer (RSV Gütersloh) wenig später auf. Die sechs konnten schnell einen großen Vorsprung herausfahren, doch im Feld gaben die großen Teams keine „Ruhe“ und hielten das Tempo hoch. In der letzten Runde waren die Ausreißer wieder gestellt und Roman Nowak startete mit Alberto Kunz eine „Konter-Attacke“. Auf der Zielgeraden wurde der Osnabrücker dann aber noch vom Ranglisten-Ersten Rainer Beckers (Team Erfurth Rauhfaser) übersprintet. Stefan Wittwer freute sich über Rang sieben und Andreas Jung, dass er im Massensturz in der letzten Runde nur seine Platzierungs-Chance einbüsste, ansonsten aber glimpflich davon kam.

Im Kriteriumsradrennen in Lohne dominierten die Masterfahrer des RSV Gütersloh das Rennen. Nach 20 von 70 Runden setzten sich Bernd Brune und Guido Helmer mit zwei weiteren Rennfahrern aus dem Hauptfeld ab und fuhren schnell einen Rundengewinn heraus. Vor der letzten Wertung führte Brune vor dem punktgleichen früheren Deutschen Meister Matthias Sterley (Team Erfurth Raufaser) und schien das Rennen gewinnen zu können, doch diesmal konnte der 49-Jährige nicht mehr vorbei ziehen. „Das war knapp und eigentlich hätte ich gewinnen müssen“, ärgerte sich Sprintspezialist Brune, denn Teamkollege Guido Helmer hatte zwei Runden vor Schluss die Attacke von Chritsian Schürmann (RRG Osnabrück) zurück gefahren und sich damit Rang drei gesichert. Anschließend trat Helmer die 95 km lange Heimreise mit dem Rennrad an. „Ich wollte noch mal testen, ob ich auch noch die langen Rennen gut fahren kann. Die ersten 20 km waren die Beine noch Müde, doch dann lief es richtig gut“, erklärte Helmer, der auf der Rückfahrt die „Kette stramm hielt“ und zügig nach Hause kurbelte.

Pech hatte in Köln-Eigelstein auch Johannes Hodapp im Jugendrennen der U17. Im Finale behinderten erst zwei auf der Rennstrecke stehende Passaten den 16-jährigen Stukenbrocker und dann drängte ihn Sieger Jon Knolle (RSV Unna) nach Außen ab, sodass der Schützling von RSV-Trainer Stefan Wittwer einen ganz „langen Weg zu gehen“ hatte. Mit Rang zwei konnte das RSV-Talent nach einer langen und erfolgreichen Saison aber auch zufrieden sein. Einen ganz schweren Stand hatten die drei NRW-Kaderfahrer des RSV Gütersloh, David Westhoff-Wittwer, Melvin Trundle und Leandro D´Ecclesiis beim ersten Bundessichtungsrennen zur Bildung des Nationalkaders für die kommende Saison in Frankfurt-Oder. „Als Ostwestfale hast du gegen die Fahrer aus Berlin, Cottbus, Erfurt und Rheinland-Pfalz, die bis zu dreimal in der Woche auf einer überdachten Bahn trainieren keine Chance“, stellte RSV-Trainer Stefan Wittwer nach den neun Bahn-Disziplinen fest. Angesichts der Tatsache, dass das Landesleistungszentrum in Büttgen wegen der Belegung mit Flüchtlingen auch für die kommenden Monate nicht zur Verfügung steht, wird sich diese Situation auch eher noch verschlechtern. „Gut war wenigstens, dass alle drei unabhängig von den Platzierungen die Kadernomen erfüllt haben und sich im vorderen Drittel der gut 100 Teilnehmern platzieren konnten“, zog Wittwer zufrieden Bilanz. Das beste Ergebnis erzielte Nationalkaderfahrer David Westhoff-Wittwer als Dritter im Punktefahren und mit Leandro D´Ecclesiis als Vierter in der 4.000m-Mannschaftsverfolgung mit dem NRW-Team.