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28.05.2016

Weltmeisterin zeigt ihre Qualitäten

Gütersloh. Nur einer von vier Titeltrümpfen stach, doch auch ohne die vollkommene sportliche Krönung durfte der RSV Gütersloh an Fronleichnam lecker zufrieden sein. Die erstmals von ihm ausgerichteten Westfalenmeisterschaften, ausgefahren auf einem spektakulären Rundkurs im Gewerbegebiet Avenwedde- Bahnhof, boten sechs Stunden lang spannenden Radsport auf hohem Niveau. Während der Titel bei den Frauen an Weltmeisterin Mieke Kröger (22) aus Bielefeld ging, setzte sich im Hauptrennen der Männer der 19-jährige Profi Aaron Grosser aus Hamm durch.

Jörn Breckwoldt vom Volvo-Markötter-Team des RSV Gütersloh fuhr als Fünfter nur knapp am Podium vorbei. Zehn Wochen vor ihrem Start mit dem deutschen Bahnvierer bei den Olympischen Spielen in Rio hatte Kröger für das Gütersloher Rennen kurzfristig nachgemeldet. Nach 28 Runden (36,4 km), die sie in 1:02:42 Stunden zurücklegte, fuhr die Zeitfahrspezialistin mit mehr als einer Minute Vorsprung vor Lydia Wegemund über den Zielstrich. Die 30-jährige vom RSV Gütersloh sicherte sich die Vizemeisterschaft in einem engen Sprint vor Titelverteidigerin Ulrike Glaser (RSC Dorsten) und Tanja Hennes (RV Attendorn). Das Eliterennen der Amateure war kurzfristig auch für Profis mit Wohnsitz in Westfalen freigegeben worden. Das nutzte Aaron Grosser, der in Hamm wohnt, Mitglied im RSV Unna ist und für das vom Ex-Gütersloher Jörg Scherf organisierte KT-Team Sauerland- NRW fährt. Er landete einen Erfolg, den er gar nicht beabsichtigt hatte. „Ich wollte nur mitfahren, um die Form zu testen“, sagte der Berufskolleg- Schüler, der am 19. Juni bei der U23-DM in Berlin möglichst weit vorne liegen will. Von einer Sechsergruppe, die sich nach 12 von 52 Runden (67,6 km) abgesetzt hatte und das Hauptfeld zwölf Runden vor Schluss überrundete, erwies sich Grosser auf der ansteigenden Zielgeraden als der beste Sprinter. Nach 1:47:35 Stunden verwies er Julian Hellmann (RC Olympia Bünde) und Raven Lübbers (Paderborn, RSV Dortmund) auf die Plätze.

Jörn Breckwoldt vom RSV Gütersloh hatte den richtigen Riecher bewiesen, als er mit der Sechsergruppe den frühen Absprung wagte. Im Finale rechnete sich der 29-jährige Münsteraner durchaus etwas aus, musste seine Ambitionen aber in der Schlussrunde begraben, als er Krämpfe bekam. „Sonst wäre mehr drin gewesen als Rang fünf – ich bin aber trotzdem zufrieden“, sagte Breckwoldt. Schon tags zuvor hatte er bei der von Profis dominierten „Gelsenkirchener Nacht“ mit Rang 18 eine starke Leistung abgeliefert. Weil mit Moritz Kaase (8.), Florian Schweter (9.) und Alexander Gleim (12.) drei weitere Gütersloher Elite-Amateure in die Platzierungsränge fuhren, konnte Hansi Eggert für den RSV zufrieden konstatieren: „Wir haben besser abgeschnitten, als ich gedacht hatte.“

Der Cheforganisator gewann aber auch den beiden unerwarteten „Niederlagen“ in zwei Nachwuchswettbewerben etwas Positives ab. „Es waren richtige Wettbewerbe, niemandem ist etwas geschenkt worden“, kommentierte Eggert die 2. Plätze für Johannes Hodapp (U19) und David Westhoff-Wittwer (U17). Beide verloren den finalen Sprint nach dem gleichen Muster. Sie zogen früh an, sahen schon wie der sichere Sieger aus und wurden auf den letzten Meter doch noch überholt. „Die Zielgerade war ein bisschen zu lang“, ärgerte sich Nationalkaderfahrer Hodapp, der Simon Schmitt (RSC Schwerte) nach 41,6 Kilometer um Zentimeter unterlag. Westhoff- Wittwer musste nach 29,9 Kilometern (53:17 Min.) dem starken Michel Heßmann (RSV Unna) mit 30 Hundertstel Rückstand den Vortritt lassen. Mit Leandro D’Ecclesiis eroberte ein weiterer Gütersloher den dritten Platz. Dass Westhoff-Wittwer überhaupt an den Start gerollt war, nötigte allen Respekt ab.

Erst zwei Tage zuvor war der 15-jährige Stukenbrockerbeim Training schwer gestürzt und benommen mit dem Krankenwagen abtransportiert worden. Schürfwunden an den Händen, eine Hüftprellung und eine blutige Wunde am Kinn hinderten ihn aber nicht daran, gleich wieder in den Sattel zu steigen. Mit einem nationalen Sichtungsrennen in Leutkirch am Wochenende und der DM in Frankfurt zwei Wochen später („Top-5 wäre schön“) stehen allerdings auch zwei Highlights kurz bevor. Sturzpech im U15-Rennen hatte das jüngste RSV-Talent. Lukas Riepe kam in der letzten Runde in einer Kurve zu Fall, zog sich Abschürfungen und Prellungen zu und verpasste die Treppchenchance. Carlotta Voß (RSV) war schnellste von zwei Jugendfahrerinnen.