RSV Güterloh: Ein Verein mit Tradition und Zukunft
aus ?Neue Westfälische, 10.03.2026. Autor: Uwe Kramme. Texte und Fotos aus der Neuen Westfälischen sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion."
Der Radsportverein (RSV) Gütersloh will auch 2026 erste Anlaufstelle im Kreis für leistungsorientierte Rennfahrer auf der Straße, im Cross- und im Gravelbereich sein.
Hans-Jörg Eggert legte für den Vorstand des Radsportvereins Gütersloh auf der Jahreshauptversammlung im Hotel Appelbaum ein klares Bekenntnis zum Leistungssport ab, ließ dabei den Breitensport aber nicht außer acht: ?Wir wollen uns 2026 weiterhin als erste Anlaufstelle im Kreis für leistungsorientierte Rennfahrer auf der Straße, im Cross- und im Gravelbereich präsentieren, aber eben auch bei den Radtourenfahrten.? Weil sich der Radsport sehr verändert habe und weiter verändern würde, führte der Geschäftsführer des 1931 hundert Jahre alt werdenden, rund 270 Mitglieder zählenden RSV der von 47 Radsportlern besuchten Versammlung auch gleich eine Konsequenz dieses hehren Anspruchs vor Augen: ?Es gibt nur einzelne Nachrücker, deshalb bemühen wir uns auch weiter um Zuwachs aus der Region.?
Als wäre das ein Stichwort für ihn gewesen, stellte Jugendwart Jörg Kottmeyer seinem letzten Rechenschaftsbericht die Bemerkung voran: ?Eigentlich sind wir ja ein Kreisverein, denn wir haben junge Fahrer aus Schloß Holte, Harsewinkel, Gütersloh und sonst woher.? Wie sehr sich die Förderung des Nachwuchses bei allem Aufwand lohnen würde, dokumentierte Kottmeyer mit 90 Top-Ten-Plätzen, darunter 27 Siege, die von der grünweißblauen Jugend 2025 eingefahren wurden. Auch die Aufnahme von Liljana Mayer, der Deutschen U15-Meisterin im Madison, in den Talentkader des Dachverbandes German Cycling und die Berufungen der Seriensieger Wadim Rohr (U 13), Till Nieländer (U15) und Nick Kottmeyer (U19) in die Kader des Landesverbandes NRW wertete der Jugendwart als Belege, dass sich im einzigen Radsportverein im Kreis Gütersloh, der sich noch der mühsamen Nachwuchsarbeit verschreibt, wieder gute Rennfahrer entwickeln würden.
?Viele Rennen sind weggefallen, weniger Fahrer sind am Start.? Wegen ?erheblich veränderter Rahmenbedingungen?, verzichtete Eggert darauf, die Erfolge der RSV-Senioren im vergangenen Jahr aufzulisten oder sie gar mit früheren Bilanzen zu vergleichen. Lieber stellte er drei Sportler heraus, die den RSV 2025 in besonderer Weise repräsentiert hätten. An erster Stelle nannte der Geschäftsführer Lydia Ventker, die ihre großartige Karriere mit dem Gewinn der deutschen und der österreichischen Bundesliga im Oktober ?leider beendet? hätte. ?Lydia hat sich da zum Teil als Einzelfahrerin durchgesetzt und ist mit ihren insgesamt 17 Saisonsiegen Sechste in der deutschen Rangliste geworden und damit die erfolgreichste deutsche Amateurfahrerin gewesen.?
Bohnensteffen als Vorsitzender im Amt bestätigt
?Außergewöhnlich? fand Eggert auch, dass Alexander Hötte zum dritten Mal in Folge die Westfalenmeisterschaft gewonnen hätte. Ebenso beeindruckend sei die Leistung von Bernd Brune, der sechs Saisonsiege eingefahren und sich als Zwölfter der deutschen Rangliste aus der Masterklasse III für 50- bis 59-Jährige verabschiedet hätte. ?Ich hatte ja schon befürchtet, dass er jetzt aufhören könnte, aber Bernd fährt auch mit 60 Jahren weiter. Mit ihm, Sven Pieper und einigen anderen sind wir auch bei den Masters wieder gut aufgestellt.?
Dass sich im letzten Jahr zehn Fahrer des RSV Gütersloh für die Eliteklasse qualifiziert hätten, ist für Eggert eine ?tolle Geschichte?. Doch das Aber folgte umgehend: ?Sechs von ihnen waren in verschiedenen Renngemeinschaften unterwegs.? Für den RSV-Geschäftsführer passt das in den deutschlandweiten Trend. ?300 von 700 Fahrern treten nicht mehr für ihre Vereine an, sondern für Renngemeinschaften.? Das sei eine gefährliche Entwicklung. ?Denn Renngemeinschaften leisten kaum Nachwuchsarbeit, veranstalten keine Rennen, brauchen keinen Vorstand, keine Regularien zu beachten und sie können jederzeit aufgelöst werden.? Verblüffend für Eggert: ?Der Verband kassiert von denen seine Gebühren und tut nichts für die Vereine.?
Beschäftigen müsse sich der Verein angesichts der rasant steigenden Beliebtheit aber auch mit der Thematik Gravelbike. ?Wie können wir uns da beteiligen? Mit einem Rennen? Mit einem Team?? Mit Sicherheit beschäftigen wird den neuen Vorstand des Radsportvereins Gütersloh auch die Suche nach einem Jugendwart, denn Jörg Kottmeyer stellte sich, wie angekündigt, nach sieben Jahren im Amt nicht noch einmal zur Wahl und ein bereits ausgeguckter Kandidat sei aus ?nachvollziehbaren persönlichen Gründen? abgesprungen, berichtete Axel Bohnensteffen.
Der Präsident des RSV Gütersloh, der vor Jahresfrist außerplanmäßig die Nachfolge von Gerd Proske antrat, wurde auch deshalb einstimmig für nun ? turnusgemäß ? zwei weitere Jahre im Amt bestätigt, weil er der guten sportlichen Bilanz als kommissarisch amtierender Schatzmeister unter der Überschrift ?wir sind auch finanziell gut aufgestellt? einen ?positiven Kassenbericht? hatte folgen lassen können. Dass der ? ebenfalls einstimmig ? zum Kassenwart gewählte Artur Lang entsprechend zuversichtlich in seine erste Amtszeit starten durfte, hat der RSV Gütersloh nicht zuletzt der Umsicht zu verdanken, mit seinen Hauptunterstützern Markötter, Kottmeyer, Lübbering und DT Swiss in 2024 ?gleich für drei Jahre gute Verträge abgeschlossen? zu haben, wie Bohnensteffen (?Ohne unsere tollen Sponsoren ginge das alles gar nicht?) mit einem ?großen Dank? herausstellte.
Bestätigt wurde bei den Wahlen Radtouren-Fachwart Ulrich Held. Als neue Beisitzer wurden Katja Appelbaum und Günter Ilskens in den Vorstand berufen. Nicht zur Wahl standen der stellvertretende Präsident Richard Riepe, Geschäftsführer Hansi Eggert sowie Marc Füchtenhans und Moritz Kaase (Beisitzer).
Bewährte Veranstaltungen bleiben Höhepunkte .Auch im Jahr 2025 hätte Sich der Radsportverein Gütersloh als Veranstalter bewährt, stellte Hansi Eggert auf der Jahreshauptversammlung
zufrieden fest. Der Geschäftsführer zählte die Teampräsentation mit Erik Zabel im proppevollen
Autohaus Markötter, die Himmelfahrts-RTF, das DT Swiss-Burggrafenrennen in Stromberg und den Gravel-Day auf. Große Teilnehmerzahlen und begeisterte Zuschauer erhofft sich der RSV auch für seine in 2026 geplanten, wichtigsten Veranstaltungen. Nur noch wenige Tickets gibt es für die Präsentation der neuen Teams mit Jens Voigt am Freitag, 20. März, ab 18 Uhr bei Markötter. Die 44. Gütersloher Himmelfahrts-RTF sowie die Drahtesel-Tour werden am 14. Mai gestartet und das 3. DT Swiss-Burggafen-Race am 5. September. Der Radsport-Schiffner-Gravel-Day ist für den 17. Oktober geplant.


